Rezepte aus einem Kriegskochbuch anno 1916

Zitrone frisch zu halten

Bei fast allen Fleischgerichten spielt die Zitrone als Gewürz eine große Rolle.

Manche Hausfrau wird deren Gebrauch als sehr kostspielig halten, da es meist unbekannt ist, daß auch Zitrone sich sehr gut längere Zeit frisch erhalten läßt, wenn sie einmal angeschnitten ist.

In den meisten Familien, ja bei sonst sehr erfahrenen Hausfrauen kann man beobachten, daß entweder die angeschnittenen Zitronen fortgeworfen werden oder angeschimmelt herumliegen.

Hat man eine Zitrone nötig, so verwendet man natürlich davon soviel man eben braucht.

Dann nimmt man eine alte Obertasse, streut unten fingerhoch Zucker hinein, legt das abgeschnittene Ende der Zitrone darauf und streut dann die Tasse so voll Zucker, daß man von der Zitrone gar nichts mehr sieht.

Nach einiger Zeit hat sich eine Kristallschicht über der Zitrone gebildet, unter der der schöne Zitronensaft ist.

Braucht man nun Zitronensaft, so schüttet man behutsam welchen davon, benötigt man Zitronenscheiben, schneidet man welche ab.

Dann aber, wenn man die Zitrone nicht ganz benutzt hat, streut man sie zu weiterer Benutzung wieder zu.

Saure Sahne ist ebenfalls nicht kostspielig, wenn man von der Kaffeemilch jeden Morgen einen Eßlöffel Sahne abschöpft und beiseite stellt.

Manches Gericht läßt sich auf diese billige Art verfeinern.

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